Folding@home: Grafikkarten vs. Corona

Du machst noch nichts aktives gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 und die Lungenkrankheit Covid-19? Dann wird es nun Zeit deinen Rechner bzw. dessen Rechenleistung in den Dienst der Forschung zu stellen: Folding@home!

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Von Folding@home wird Deine Rechenpower (nicht nur die der Grafikkarte) in erster Linie dafür angezapft, um bei der Forschung um Krankheiten wie Krebs, Alzheimer, Influenza oder eben auch Covid-19 zu helfen. Im Blog schreibt das Team um Folding@home, wofür die bereitgestellte Rechenleistung genau eingesetzt wird: Genauer geht es dabei um die Berechnung komplexer Protein- und Molekül-Modelle um daraus Therapieansätze zu gewinnen.

We’re simulating the dynamics of COVID-19 proteins to hunt for new therapeutic opportunities

Team Folding@home

Wie kann ich mitmachen?

Um mitzuhelfen, müsst ihr einfach das Tool herunterladen und installieren.

Hier geht’s zum Download von unseren Servern in Düsseldorf, da die Server von Folding@home zur Zeit Stärker ausgelastet sind, auf dass wir so auch noch einen positiven Beitrag leisten können.

Im folgenden sollte sich in eurem Lieblingsbrowser ein Fenster öffnen, hier sagt ihr, ob Du Dich Anonym beteiligen möchtest oder eben mit einem Benutzer:

Folding@home: Die Anmeldung
Folding@home: Identität festlegen!

Den Namen kannst Du frei wählen. Wenn Du dich einem Team anschließen magst, kannst du deine Teamnummer eintragen. Die Nummer hier: 223518 ist die von LTT. Den Passkey könnt ihr freilassen oder ihr holt euch einen Passkey über den Punkt Get a Passkey.

Und das war es auch schon. Ab nun brauchst Du nichts mehr zu tun außer Deinem normalen Tagesablauf zu folgen. Du kannst dabei die Rechenkapazität frei wählen:

Ansicht in der FAHControl, ebenfalls in dem Webclient unter https://client.foldingathome.org/ möglich.

Mehr Rechenpower als der fetteste Supercomputer

Um genau zu sein, hat Folding@home mehr Rechenpower als die Top 7 aus den Top 500 bekannten zusammen. In Summe zusammen eine Rechenpower von mehr als 470 PetaFLOPS pure Rechenleistung. Zur Einordnung: Ein Peta-Floating Point Operations Per Second (kurz: FLOPS) oder in deutsch Gleitkomma-Operationen pro Sekunde entspricht 470 x 10 ^ 15 Rechenoperationen.

470 x 10 ^ 15 = 470.000.000.000.000.000 Operationen / Sekunde

Ein einzelner Rechner macht dabei irgendwas um die 250 GigaFLOPS (ein Notebook eher 100 und ein Desktop-PC bis zu 1000 aber dann auch mit Hardware für 5-10.000 Euro) also 250 x 10 ^ 9 Rechenoperationen je Sekunde.

Das hier mit einer solchen Community eine Rechenleistung erreichen kann, die einen Supercomputer für 250 Millionen Euro in die Tasche stecken kann ist großartig und Zeigt, dass es auf jeden einzelnen ankommt – mach also mit!

Was bringt das Falten von Molekül- oder Proteinketten

Wenn man eine Kombination aus Protein-Verbindungen findet, die die Oberflächenproteine des Coronavirus blockiert, kann sich das Virus nicht mehr an Rezeptoren der menschlichen Zelle binden. 

So wurden aus über 8000 Proteinkombinationen über 75 Verbindungen nun identifiziert, die es wert sind weiter untersucht zu werden. Möglicherweise wird so ein Protein gefunden, dass zuverlässig das S-Protein binden kann, sodass sich das Coronavirus nicht mehr an einer Wirtszelle andocken kann. Dieses Protein kann dann in einem Impfstoff synthetisiert werden.

Und was bekomme ich dafür?

Ruhm und Ehre natürlich. Das Team um LTT verlost einige Steam-Keys unter den Teilnehmern. Alternativ kannst du auch Curecoin als Team deine Rechenleistung zur Verfügung stellen und so auch noch Kryptocoins für die Arbeit bekommen.

Statusupdates

Update 23.03.2020: Services eingeschränkt verfügbar

Aktuell hat das Team um Folding@home etwas größeren Zulauf, daher sind die Services ausgelastet und reagieren nur langsam. Selbst das LTT-Team hat seine Webseite damit wohl nun abgeschossen und ist nicht immer verfügbar: https://linustechtips.com/main/

Update 23.03.2020: Alternativen zu Folding@home

Matthias hatte mich gerade darauf aufmerksam gemacht, dass Rosetta@home vom Berkeley Open Infrastructure for Network Computing’s (kurz BOINC) gleiches verfolgt nur aktuell mit besser funktionierender Infrastruktur: Die Vorgehensweise ist ähnlich, Account anlegen, Software herunterladen, installieren und das Projekt einrichten:

Alternativ statt Folding@home: Rosetta@home
Es gibt weitere Netzwerke, denen man seine Rechenleistung zur Verfügung stellen kann.

Die Proteinmodelle von Rosetta@home wurden kürzlich für Vorhersagen des Corona-Viruses genutzt, Wochen bevor es in Laboratorien genau so nachgewiesen wurde.

Noch Fragen?

Du hast noch weitere Fragen zu Folding@home oder bekommst es nicht installiert oder gestartet? Schreibe mir, ich helfe gerne! Ansonsten fänd ich es cool, wenn viele Leute sich beteiligen und einen Beitrag leisten können.

Das Teilen des Beitrages ist natürlich ebenfalls nicht nur erlaubt, sondern erwünscht 🙂

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